30.07.2009 - Elektronische Gesundheitskarte hat Online -Test erfolgreich bestanden
Die elektronische Gesundheitskarte hat ihren Test zur Online-Fähigkeit erfolgreich absolviert. Die Tests erfolgten bei Ärzten in den Testregionen Bayern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen mit echten Gesundheitskarten der neuesten Generation und den Fachdiensten der Krankenkassen für den Produktivbetrieb. Dabei wurde die Online-Fähigkeit über die gesamte Wegstrecke vom niedergelassenen Arzt über die Telematikinfrastruktur bis zu den Fachdiensten in den Rechenzentren der gesetzlichen Krankenkassen nachgewiesen. Die Tests wurden im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Forschungs- und Entwicklungs-Projektes „ProOnline-VSDD“ durchgeführt, an dem neben allen großen gesetzlichen Krankenkassen auch die gematik, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Deutsche Krankenhausgesellschaft teilgenommen haben. Das Projekt wurde auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums mit den gesetzlichen Krankenkassen und insbesondere deren Systemhäusern und Rechenzentren in 2007 begonnen, um gemeinsam mit der gematik und dem Fraunhofer-Institut SIT die ersten Online-Tests durchzuführen.
Die elektronische Gesundheitskarte hat somit ihre „Abiturprüfung“ vor der Ausgabe in der Region Nordrhein erfolgreich bestanden, teilt die Gematik mit. Getestet wurde die Online-Prüfung und Aktualisierung der Versichertendaten. Dies beinhaltet die Prüfung auf Leistungspflicht, die feststellt, ob die Versicherten ein bestehendes Vertragsverhältnis bei einer Krankenkasse haben. Zusätzlich werden bei Bedarf die Versichertendaten auf der Karte aktualisiert. Durch die Möglichkeit, die Versichertendaten bei Bedarf zu aktualisieren, sparen sich die Krankenkassen eine Neuausgabe der Karten bei einer Änderung dieser Daten, wie das bei der bisherigen Krankenversicherungskarte der Fall ist.
Die Testergebnisse zeigten, dass die Karten beim Arzt eingelesen und unter höchsten Sicherheitsanforderungen erfolgreich aktualisiert werden konnten. Somit konnte zum ersten Mal die Funktionsfähigkeit der Telematikinfrastruktur in der Praxis nachgewiesen werden. Die teilnehmenden Rechenzentren der gesetzlichen Krankenkassen sind mit ihren Produktivsystemen nun in der Lage, die auszugebenden Gesundheitskarten zu aktualisieren. Für die Testverfahren wurden mehr als 1.000 elektronische Gesundheitskarten eingesetzt und mehr als 4.000 online Testfälle durchgeführt und ausgewertet.
Die begleitende Sicherheitsanalyse des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) hat gezeigt, dass dem Datenschutz und der Datensicherheit auf hohem technischem Niveau Rechnung getragen wird.
Im Anschluss an den erfolgreichen Praxistest finden nun weitere Betriebstests der endgültigen Fachdienste zur Vorbereitung der nun anstehenden Testverfahren (10.000er- und 100.000er-Tests) in den Testregionen und des Online-Rollouts statt.
Die teilnehmenden gesetzlichen Krankenversicherungen sind die TK, Barmer, DAK, KKH-Allianz, GEK, AOK Bayern, AOK Baden-Württemberg, AOK Westfalen-Lippe, AOK Rheinland-Hamburg, IKK Nordrhein und Deutsche BKK. Die zentralen Telematikinfrastrukturdienste werden dabei über die gematik abgebildet. Neben dem Zugangsdienst wurde auch die parallele Nutzung von KV-Safenet* (1) getestet. Für die dezentralen Komponenten der Telematikinfrastruktur werden Industriekomponenten (Praxisverwaltungssysteme, Konnektor, Kartenterminal) eingesetzt. Die operative Projektkoordination liegt in der Verantwortung der Firma healthpartner consulting und erfolgte im Auftrag der gematik, die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch Fraunhofer SIT im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums. Die Bereitstellung der zentralen Infrastruktur, die Beschaffung der Komponenten, die Abstimmung und Durchführung der Testverfahren in den Testregionen und involvierten Organisationen, die Anbindung der teilnehmende Ärzte in den Testregionen erfolgt durch und in der Verantwortung der gematik.
Neben dem Online-Abgleich der Versichertenstammdaten wurde nach Angaben der Gematik die parallele Nutzung des VPN KV SafeNet* getestet. Das
KV-SafeNet* ist ein geschütztes, vom Internet getrenntes Netzwerk nur für Vertragsärzte, -psychotherapeuten und medizinische Institute. Das KV-SafeNet* vernetzt die Teilnehmer untereinander und mit den KVen. Der Zugang zum Netzwerk ist einfach, sicher und ermöglicht den Kontakt der KV-Mitglieder auch über die KV-Grenzen hinaus.
* Bitte beachten Sie, dass KV-SafeNet nicht mit der Firma SafeNet, Inc.,
USA, in firmenmäßiger oder vertraglicher Verbindung steht

