Labordatenaustausch

Diese Anwendung ist noch in Entwicklung.

Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat die KBV in den Wildwuchs des aufkeimenden Labordatenaustausches ordnend eingegriffen, indem sie die Datenschnittstelle LDT für die Übermittlung von Labordaten verbindlich vorgegeben hat. Der LDT wurde gemeinsam mit den großen Laboren und den Anbietern von Laborinformationssystemen (LIS) sowie Praxisverwaltungssystemen (PVS) entwickelt und mit den Krankenkassen als Labordatenstandard im Bundesmantelvertrag festgeschrieben.

Da der LDT mittlerweile in die Jahre gekommen ist, hat sich der Qualitätsring Medizinische Software (QMS e.V.), zu dessen Mitgliedern etwa 50 Softwarehäuser, die KBV und ca. 10 KVen zählen, im Jahre 2012 der Überarbeitung des LDT gewidmet. Hierzu wurde mit der KBV die Absprache getroffen, dass diese eine komplette, zum Teil über ihren gesetzlichen Auftrag hinausgehende Überarbeitung mitträgt und die Verantwortung für die ca. 60 % der Teile übernimmt, die sich auf ihre Domäne im GKV-Bereich beziehen. Die restlichen 40 %, außerhalb der Zuständigkeit der KBV, werden vom QMS verantwortet.

Mittlerweile ist der LDT 3.0 in intensiver Gremienarbeit unter Mitwirkung namhafter Laborspezialisten soweit herangereift, dass eine öffentliche Kommentierung seit Juli 2014 auf der QMS-Website läuft.

Der LDT beschreibt als ganzheitliche Datenschnittstelle für den Laborbereich sowohl die Auftragsdatensätze vom Einsender zum Labor, als auch die Laborergebnisse für die Rücksendung in die Arztpraxis. Gleichwohl findet die tatsächliche Nutzung des LDT im praktischen Betrieb nahezu ausschließlich im Rückversand von Laborergebnissen statt. Hier herrscht schon seit über 20 Jahren ein sehr reger Datenverkehr - wahrscheinlich der zahlenmäßig bedeutendste Datenaustausch im Gesundheitswesen in Deutschland. Wenn man bedenkt, dass etwa 20 % der Behandlungsfälle im niedergelassenen Bereich unter Einbezug von Laborparametern stattfinden, kann man leicht ausrechnen, wie viel Datenverkehr hier jeden Tag über die Leitung geht. Apropos Leitung - da der LDT als Rationalisierungsinstrument vor mehr als 20 Jahren entwickelt wurde, haben die Labore ihre Einsender in die seinerzeit gängige Technologie gedrängt: die dazu verwendeten DFÜ-Modems und ISDN-Karten bilden noch heute das Rückgrat der Labordatenkommunikation - zunehmend zum Verdruss aller Beteiligten, weil die Technik veraltet, langsam und fehleranfällig ist - ganz zu schweigen von dem Risiko, dass sensible Patientendaten unverschlüsselt über öffentliche Telefonleitungen verschickt werden.

Insbesondere die Labore haben vor diesem Hintergrund hohes Interesse daran, ihre Laborergebnisse per LDT über moderne und sichere Kommunikationstechnologien zu versenden.

Hier bietet sich das SNK mit den bewährten Transportmechanismen von KV-CONNECT als Ideallösung an. Vor diesem Hintergrund plant die KV-Telematik GmbH, ab 2015 den LDT 3.0-Labordatenaustausch als KV-CONNECT-Anwendung zur Verfügung zu stellen.

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