Pressemitteilung vom 15.6.2017

eHealth-Labordatenkommunikation

Berlin, 15. Juni 2017 – Die Labordatenkommunikation bekommt einen eHealth-Schub, so lautet das Fazit des dritten Labormeetings der KV Telematik GmbH. Ab Mitte 2017 können Ärzte mittels „Digitaler Muster“ Laborbeauftragungen erstellen und mittels KV-Connect als Kommunikationsdienst elektronisch versenden. Darüber hinaus können ab sofort Ärzte und Labore mittels neuem Standard LDT 3 via KV-Connect vollelektronisch Aufträge und Befunde austauschen.

Zum dritten Mal trafen sich Ende Mai in Berlin Experten aus den Bereichen Labor, Industrie sowie Vertreter des Gesundheitswesens beim KVTG-Labormeeting. Im Zeitalter von Smartphones und Co erstaunlich, aber wahr: Die Daten, die zwischen Ärzten und Laboren ausgetauscht werden, können in vielen Fällen immer noch nicht maschinell verarbeitet werden. Das soll sich jetzt ändern: ab 1. Juli 2017 können Ärzte zur Beauftragung von Laborleistungen die vollelektronische Beauftragung mittels Digitaler Muster verwenden.

Für die Ärzte bedeutet das konkret, dass sie die Laboranforderungen komplett digital erfassen, mit einer qualifizierten elektronischen Signatur mittels des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) versehen und dann sofort über ihre Praxisverwaltungssoftware an das medizinische Laboratorium ihrer Wahl übermitteln können. Der Vorteil: In der Arztpraxis kann der Prozess der Erstellung und Vorbereitung des Laborauftrages komplett elektronisch abgebildet werden.

Erste Hersteller von Softwaresystemen bieten das schon an: Während des Labormeetings wurden hierfür die ersten Audit-Urkunden an die Unternehmen DGN GmbH und Mediaform überreicht. Diese Hersteller haben die Anwendung „Digitale Muster“ schon in ihren Produkten umgesetzt und können diese ihren Kunden anbieten.

Besonders interessant fanden die Teilnehmer des Meetings die Ausführungen von Eva Meloth, Product Owner bei MIPS Deutschland. Sie erläuterte, wie MIPS als Laborinformationshersteller den neuen Standard LDT 3 (Labordatentransfer) in seinem Produkt MIPS vianova Labor implementiert hat. LDT 3 ist der anerkannte neue Standard zum systemunabhängigen Datentransfer von Laborauftrags- und Befunddaten zwischen Ärzten und Laboren.

Für die Übertragung der Daten unterstützt MIPS verschiedene Systeme, so auch den Kommunikationsdienst KV-Connect. Das Audit für LDT 3 (Befund) hat MIPS für das System MIPS vianova Labor bereits erhalten. „Jetzt sind die Hersteller von Praxisverwaltungssoftware am Zug“, so Frau Meloth, „nur wenn auf der anderen Seite den Ärzten ein elektronischer Weg angeboten wird, wird die digitale Laborkommunikation einen Schub bekommen!“

Am 9. Juni erhielt MIPS Deutschland als erster LIS-Hersteller die KBV-Zertifizierung für den LDT 3 Befund Import und Export für MIPS vianova Labor.

Außerdem wurde beim KVTG-Labormeeting auf den bevorstehenden Interoperabilitätsworkshop (IOWS) hingewiesen. Dieser findet am 20. und 21. Juni 2017 in Berlin statt und dient dem Austausch, der Testung und der Auditierung vor Ort für verschiedene KV-Connect-Anwendungen im Bereich der Labordatenkommunikation. Zudem besteht für die Softwarehäuser die Möglichkeit komplexe Testfälle zu generieren und auszuprobieren.